Fotografie in der Mode

Als Charles Frederick Worth in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Haute Couture begann, stand auch die Fotografie in den Startlöchern und schon bald waren Fashion, Mode, Auftritt und Stil nicht mehr von der Ablichtung zu trennen, diese wurde sogar manchmal stilbildend und ist heute für alle Shows auf und jenseits des Laufstegs ein unverzichtbarer Bestandteil. In der Regel werden  Kostüme und Kollektionen für den Verkauf, für Reklame und Vorstellung abgelichtet, es gibt aber auch Modefotografie als eigene Kunstrichtung ohne direkten Bezug zum Fashion Business selbst.

Publikationen und Bücher

Vor allem in Frankreich und London kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu den ersten umfassenden Shootings, bald kamen Magazine wie das heute noch stilbildende Harper´s Bazaar auf den Markt. Fotostudios schossen aus dem Boden und diese besonderen Ateliers speziell für das Fotografieren von Mode gingen einher mit der Veröffentlichung der Zeitschrift „Vogue“, die Quasi Bibel für alle Modefetischisten. Die abgelichteten Entwürfe und Modelle wurden zunehmend in Szene gesetzt, es kam zu Installationen, die Pose selbst wurde immer wichtiger für den Ausdruck.

Auf diesem Weg schaffte es die Modefotografie bald, als eine Art eigenständige Kunstform betrachtet zu werden. Hier sind dann vor allem Namen wie Helmut Newton, Cecil Beaton und Lee Miller als wichtiger Fotografen zu nennen, die sich entweder spezialisierten oder im Auftrag für die großen Labels und Modehäuser arbeiteten.

Mode erzählt Geschichten

Diese heutige Binsenweisheit war in den 50er Jahren schnell bestimmende Philosophie und schnell wurden die unbeweglichen Posen für mehr Natürlichkeit und Expression geopfert. Die neue freie Sprache der Bild wurde stilprägend, so gab es beispielsweise die ersten Shootings am Strand, in der freien Natur, in nachvollziehbarer Lebenswelt und das Studio selbst wurde für die Fotografen vor allem für Schnappschüsse rund um Kollektionen genutzt. Auch nahm die Modefotografie immer mehr Strömungen der Geistesgeschichte auf, ähnlich wie bei der Malerei lassen sich Voyeurismus oder sogar Pornographische Inhalte einbinden, die das Genre bis in die heutigen Tage prägen. Hier kam übrigens auch das schwarzweiße Bild zurück, Anfang der 90er Jahre, das bis dahin in der Mode wenig zählte.

Gleich ob herausragend ästhetisch oder real und natürlich – die Modefotografie bietet nun das ganze Spektrum der Ablichtung von stilistischen Motiven und viele Fotografen haben ihren ganz eigenen Stil. Es gibt Tabubrüche, Glamour und immer wieder Überraschungen, was die Mode am Ende ausmacht und zu ihrer unverwechselbaren, immer wieder neu gezeigten Ausrichtung schlichtweg dazu gehört.