Beruf, Hobby, (post)moderne Kunstform: Fotografieren im Überblick

Für viele Menschen ist Fotografie nicht nur ein Zeitvertreib, nicht nur das nächste Selfie für den Post, sondern immer auch Ausdruck von künstlerischer Bemühung und vom Sinn für Schönheit. Wie sonst ließe sich erklären, dass Fotografieren zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gehört, dass Millionen Menschen täglich Millionen Bilder schießen, diese liebevoll sortieren, bearbeiten, sammeln und immer wieder anschauen? Das Besondere freilich ist der Charakter des Fotos, es bleibt zwischen Malerei auf der einen und bewegtem Bild, also Filmen, auf der anderen Seite eine Form der persönlichen Anteilnahme am Geschehen und das Bemühen, einen Augenblick festzuhalten, ist für uns Menschen sehr wichtig.

Der Begriff Fotografie

Ein wenig Etymologie kann nicht schaden, schließlich handelt es sich um ein sehr gebräuchliches Wort, das je nach Ausrichtung professionelle Fotoarbeit, aber auch Kunst und natürlich die Freizeitschnappschüsse bezeichnet. Bekannt ist, dass 1839 ein deutscher Astronom erstmal von der Photographie schrieb und damit umschrieb man bis weit in das folgende Jahrhundert hinein Abbildungen, die durch das Zusammenspiel von Licht und chemisch imprägnierten Oberflächen entstehen. Später kam es begrifflich zu einer stärkeren Ausdifferenzierung, wobei natürlich vor allem die Methode und der Zweck des Fotografierens eine Rolle spielen.

Ein Medium für Jedermann

Erinnern wir uns: Bis weit in der 19. Jahrhundert hinein konnten nur wenige Leute überhaupt beispielsweise ein Porträt von sich anfertigen lassen, schließlich waren Maler nicht billig zu haben und erst das Foto hat dieses Problem umfassend gelöst. Schon bald nach Erfindung des neuen Mediums klickten überall auf der Welt die Apparate und schnell kam es zu einer Trennung in Kunst und Kommerz. Das lässt sich auch mischen, na klar, aber das passierte es viel später und es ist darüber hinaus auch möglich, soziale Aspekte oder spezielle Techniken für die Kategorisierung eines Fotos respektive des Fotografierens zu verwenden.

Die Wissenschaft interessiert sich vor allem im Rahmen der Kunstgeschichte und der Bildwissenschaft für Fotografie und deren Charakter war und ist Gegenstand endloser mitunter heftig geführter Debatten. Manchmal sind gerade junge Forschungszweige wie etwa die Kommunikationswissenschaften sehr am Diskurs mit der Fotoarbeit interessiert.

Von der Klassik in die (Postmoderne)

Die anfänglichen Verfahren mit Belichtung, Chemiebeschichtungen und so weiter werden im allgemeinen als klassisch – analog bezeichnet. Seit gut zwei Jahrzehnten befindet sich die Fotografie aber im Wandel hin zu einem digitalen Medium und das eröffnet weitere Aspekte und Forschungszweige. So gingen zum Beispiel unzählige Arbeitsplätze aufgrund des Wandels hin zur Digitalfotografie verloren, der Umgang mit einer Kamera und erst recht mit dem Smartphone im Alltag beschäftigen Kulturforscher wie Soziologen, Philosophen und Künstler gleichermaßen.

Am Ende aber steht immer der Wunsch nach Bewahrung des Moments. Wie werden Fotos geschossen, warum und wie werden sie aufbewahrt? Mancher bevorzugt den dicken Sack voller Bilder, ungeordnet und überraschend, während andere riesige Alben anlegen, sich viele Stunden am Computer mit der Verbesserung und Veränderung der Fotos beschäftigen. Fotografieren ist ein unverzichtbares Kulturgut und das wird bis auf weiteres auch so bleiben.